Mittwoch, 30. September 2009

Caruso kommt


Morgen kommt CARUSO. All diejenigen Herren, denen wir irgendwann in den letzten 20 Jahren zu Diensten sein durften, wissen ja bereits um die Qualität von Raffaele Caruso. Moden und Marken kamen und gingen - doch die begnadeten Schneider aus Neapel blieben stets die erste Adresse für eine sichere Wahl.

Jetzt gibt es Neuheiten zu vermelden: Umberto Angeloni, vormals CEO von Brioni, hat Raffaele Caruso erworben. Die Marke wurde gründlich entstaubt. Schön zu beobachten auf der neuen Website der Marke (hier!). Fortan heißt es nur: CARUSO - schlicht und verkürzt. Vergrößert hat sich hingegen das Angebot an Stoffen, die CARUSO für seine Maßkonfektion bereit hält. Bei unserer trunk show mit CARUSO am 1. & 2. Oktober präsentieren wir ein breiteres Spektrum dieses Stoffportfolios, als es je bei einem Händler gezeigt wurde.

Lassen Sie sich beraten beim Kauf eines Anzugs oder Sakkos mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis des Marktes!

99 Luftballons



Das hätten sich unsere Freunde Massimiliano Attolini und Leo Grasso auch nicht träumen lassen - daß sie einmal im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen dem Zuschauer die Wichtigkeit der FDP für unser Land erklären müssen - irgendwie. So ganz verstanden hat wohl niemand den Beitrag in Frontal 21 gestern abend im ZDF.
Jedenfalls sah man die Frankfurter Goethestraße mit vielen Porsche, das wunderschöne Geschäft Möller&Schaar, dortselbst die Schneider aus Neapel, Leo Grasso sprach lächelnd in die Kamera ("leider kostet") und zum Schluß stand Michael Schaar dann in der Freßgass' an einem Wahlkampfstand der FDP und machte die Taschen voll mit gelben Luftballons für seine Wahlparty. Man schrieb den 26. September. Einen Tag vor der Bundestagswahl.
Sollte die FDP tatsächlich für den erhofften Aufschwung des deutschen Mittelstands sorgen, wäre das schön. Doch wenn nun alle Männer sich deshalb bekleiden wollten wie Guido Westerwelle - und möglicherweise noch nach seinem Haarschnitt trachteten... Dann vielleicht doch lieber arm bleiben.

Dienstag, 29. September 2009

Ist Stil käuflich?



EDITION SCHUHE aus dem kleinen aber feinen Verlag Sternefeld ist ein seriöses, sehr gut gemachtes Magazin für den leicht verrückten Liebhaber allen Rahmengenähtes.

"Ist Stil käuflich?", fragte die Redaktion unlängst, und schrieb weiter: "Wenn ja, dann ist Michael Jondral die erste Adresse. In seinem Geschäft in Hannover hat der Modebegeisterte ein imponierendes Sortiment hochkarätiger Hersteller zusammengestellt. EDITION SCHUHE hat ihn in seinem Kleinod besucht. Dem Schritt über die Türschwelle folgt der Eintritt in eine andere Welt. Ein Kosmos der feinen Lebensart – 68 qm groß – erwartet die Herren bei Michael Jondral in Hannovers Karmarschstraße. Ein dunkler Steinfussboden, lackierte Holztabelare und glänzende Glasflächen bilden den idealen Rahmen für die Warenpräsentation..." Und so weiter

Gerne überreichen wir Ihnen ein Exemplar der EDITION SCHUHE in unserem Geschäft. Den ganzen, ebenso informativen wie unterhaltsamen und nett bebilderten Artikel können Sie auch hier lesen: Zum PDF.

Montag, 28. September 2009

MM goes Milan


Post aus Mailand - eine iPhoneeske Ansichtskarte unseres geschätzten Kollegen und Freundes Manfred Müssig:

"Liebe Gazzettino, soeben in Mailands Flanierstraße Via Monte Napoleone - auch die Italiener sehen offenbar 'grün' in die Zukunft. Sie ließen aus weißen Kunstoff-500er Bäume in den Himmel sprießen."

Wenn jetzt die Einzelhandelsumsätze auch noch anfangen, in den Himmel zu wachsen, sehen wir sogar "rosa". Danke, lieber Manfred!

Sonntag, 27. September 2009

Der polyglotte Gourmet - zu Gast in Hannover




Es ist ein hübscher Brauch, daß wir die Akteure unserer trunk-shows nach getaner Arbeit zu einem Imbiß laden. Dabei zeigte sich jetzt einmal mehr, daß unser Freund Michael Rollig nicht nur über die begnadeten Hände eines Wiener Schuhmachermeisters verfügt, sondern auch über die feine Zunge eines polyglotten Gourmets. "So gut habe ich in Deutschland noch nie gegessen!", adelte er bereits vor Monaten Christoph Elbert's Restaurant 11 A in Linden.

Gestern kürte er den weltbesten Cocktail - einen Pisco Sour, geschüttelt von Jaime Guzmán im Chimú.

Der an der hauseigenen Tapas-Bar aufgeschnittene Jamon fand ebenso Beifall wie "das beste Ceviche östlich von Belize" (O-Ton Rollig).



Den ultimativen Ritterschlag für Jaime, den kauzigen Wirt aus Chile, gab es freilich nach dem Hauptgang: der im rindfleischafinen 13. Bezirk aufgewachsene Wiener lobte das 400 Gramm schwere Entrecôte ("mit Fettauge") als "herausragend". Da nehmen wir Jaime doch gerne im Kreise unserer "Kollegen" auf (siehe "Die Links"). Ola!

Chimú
Lange Laube 32
30159 Hannover
Telefon (0511) 18080

Mittwoch, 23. September 2009

Die Haut

Afrikanische Kudu-Antilope, Französisches Boxcalf mit Wasserglanz-Politur, kolumbianisches Belly-Croco, Louisiana-Alligator, Wasserbüffel, Haifisch, Elefant, Gnu&Co. Und Pferd - von Horween Leather, Chicago.

Unsere nächste Trunk-Show widmet sich den schönsten Tierhäuten der Welt. Für Schuhe von Saint Crispin's und für feinste Accessoires von Kaufmann&Sohn - von der Aktentaschen bis zur iPhone-Hülle. Jeder Schuh, jedes Teil individuell gefertigt nach Ihren Wünschen.
Michael Rollig (Saint Crispin's), Michael Feiler (Kaufmann&Sohn) und Michael Jondral laden Sie herzlich ein - bei Gemischter Satz aus dem Weinviertel und Wiener Würstchen von Christoph Gmyrek.

Saint Crispin's & Kaufmann&Sohn
Freitag, 25.09., 14:00-19:00
Samstag, 26.09., 10:00-16:00

Dienstag, 22. September 2009

On the street in London... Neshim Beshraavi

Da muß erst Sophia Loren ihren 75sten Geburtstag feiern, damit man sogar im Ersten Fernsehen endlich wieder einen unverstellten Blick hinter die Kulissen London-Mayfairs werfen kann. So wie Stanley Donen es sah. 1966 in Arabesque...

Montag, 21. September 2009

Warum heißt das Würstchen "Wiener"?


Warum heißt das "Wiener Würstchen" so, obwohl es in Wien doch "Frankfurter" genannt wird. Diese Frage beantworten wir Ihnen am kommenden Freitag und Samstag über einem Topf "Wienerle" von unserem Freund Christoph Gmyrek. Dazu gibt's ein Gläschen Gemischter Satz vom Weingut Wieninger aus dem Weinviertel.

Warum überhaupt Spezialitäten aus Wien auf den Tisch kommen, verraten wir Ihnen schon heute: Weil Michael Rollig - Saint Crispin's - aus Wien mal wieder zu Gast ist. In seinem Gepäck zum Beispiel dies: Ein Doublemonk auf chiseled-last in einem auf dem Leisten gefärbten und in einstündiger Wasserglanz-Politur auf Hochglanz versiegelten Kalbleder. Ja, da schau her!

Übrigens: Wer jetzt schon weiß, warum das Würstchen "Wiener" heißt, kann uns eine Mail schreiben. Unter allen richtigen Antworten verlosen wir das neue Buch "The Sartorialist" von Scott Schuman (siehe auch hier).

Donnerstag, 17. September 2009

Feierabend in ... Mitte (3)


von Thomas Lasser
Ich bin ein Stadtmensch. Ich mag den Trubel, die Vielfalt und ich mag Shopping. Das alles gibt es im Herzen von Hannover in bester Qualität. Was selten ist, sind Tresen, Tische und Tafeln, an denen man sich zwischendurch oder hinterher niederlässt um bei einem Drink und einem Snack die Stadt Revue passieren zu lassen. Mein absoluter Lieblingsplatz mit Panoramafenstern in Bestlage: die Weinbar im Mövenpick. Hier gibt es nicht nur interessante deutsche Tropfen zu entdecken, sondern auch abgefahrene Snacks. Flammkuchen mit Sauerrahm, Saumagen und Rotkohl zum Beispiel. Ein Gedicht!

Dienstag, 15. September 2009

Casual Friday - not

Marinella

Kein Mensch trägt heute mehr Krawatten... Kein Mensch? Nun, die Elite unseres Landes, die in leitenden Positionen tätig ist, und sich freiwillig - und nur zu gern - jeden Morgen aufs neue einer gottgegebenen Bekleidungsetikette unterwirft, sie greift immer noch zum Binder. Es sei denn, casual Friday ist angesagt.
Marinella

Aber einer Routine zu folgen, heißt natürlich nicht, den Blick auf das Objekt der Begierde zu verlieren. "Unter Gleichen" kann der Schlips nämlich durchaus den Unterschied markieren! Mit Krawatten von Marinella aus Neapel hat sein Träger - zumindest modisch - den Gipfel ganz eindeutig erreicht. Kult, Kultur, Kunst - der kleine Laden im Altstadtgewirr der Stadt am Golf steht für all' das. 
Marinella
Marinella hat keine Verkaufsdepots, keine Handelsvertreter, keine Franchises. Nur ab und zu tourt man mit Trunk Shows durch die Metropolen der Welt, um die treue Clientèle zu bedienen. Ansonsten gilt: Marinella gibt es nur in Neapel - und (so auch den Helm) exklusiv bei MJ...

Sonntag, 13. September 2009

Off Hanover Square


von Guido Harms
"Na, ich weiß wirklich nicht... Muß man denn in einem Blog, der aus der Niedersächsischen Kapitale 'sendet', ausgerechnet Restaurantempfehlungen geben für fremde Städte, gar andere Länder?!?" Aber natürlich, mein Herr! Denn der Hannoveraner ist ja schon genetisch bedingt ein Kosmopolit. Seine Stadt ist nicht nur sturmfest und erdverwachsen auf unserer schönen Scholle, sondern mitunter auch der Nabel der Welt. 


So hat das Königreich Hannover über mehrere Generationen den König von Großbritannien gestellt. Wie die Anhänger der Krone heute über diese Zeit denken, "erfahren" wir auf einer Taxifahrt in London von unserem Hotel an der Park Lane zur Liverpool-Street-Station. Eine Tour, die während der rush-hour mit Dauerstaus Höhe Bank und St Paul durchaus mal etwas länger ausfallen kann. So kommt man sich ungewollt näher mit einem dieser notorisch-eloquenten Londoner cab-drivers...  Und irgendwann fällt auch die Frage nach Heimatland und -stadt. Doch auf das Stichwort "Hannover" verwandelt sich - offenbar in Erinnerung an den debilen englischen König Georg III aus dem Hause Hannover - der coole Tommy urplötzlich wieder in einen servilen Untertanen: Liebdienerischer Geheimweg (fast) bis aufs Gleis, demütiger Verzicht auf jeden Tip ("wegen des Staus"), freundlichstes bye-bye im Stehen. Mal ehrlich: welchem Münchner oder Hamburger passierte denn je so etwas?


Und gibt es einen "Hamburger-" oder "Münchner-Platz" in London? Aber einen Hanover-Square! Mitten im vornehmen Stadtteil Mayfair. Gewiß nicht von der Romantik des benachbarten Berkeley-Square, wo ja sogar schon eine Nachtigall sang, oder von der erhabenen Schönheit eines Grosvenor-Square - eher ein bißchen unaufgeräumt. Aber Gourmets, die bloß eine einzige Nacht in der Stadt sind, müssen sich nur diese Adresse merken: "off Hanover-Square", denn nur ein paar Schritte vom Platz entfernt befindet sich das Restaurant Wild Honey. Eröffnet Ende 2007 trug es im letzten Jahr den begehrten "BMW Square Meal Award" für das beste Restaurant des Jahres, und bekam obendrein seinen ersten Michelin-Stern. Und wie reagierten die Macher, die zuvor mit dem in Soho gelegenen Arbutus einen ähnlichen Erfolg hatten? Nun, bei unserem ersten Besuch kurz nach Eröffnung präsentierte sich das Restaurant  noch etwas vornehm und formell. Doch statt angesichts der Auszeichnungen und des Zuspruchs nun gänzlich abzuheben, wurde man locker... Das Wild Honey ist bei unserem zweiten Besuch immer noch typisch Mayfair: Wandpanele aus Eichenholz, eine Clientèle im Maßanzug - einerseits. Aber andererseits ist die Atmosphäre nun noch mehr smart, relaxed, ja jugendlich - und die Preise sind alles andere als Mayfair-like. Das mag daran liegen, daß Chef Anthony Demetre bei dem legendären Pierre Koffmann gelernt hat, auf modische, trendige Ingredienzien zu verzichten, und stattdessen immer schön nach Saison einzukaufen.


Today's Special - a new take on bistro food heißt Demetres empfehlenswertes Kochbuch - und der Titel ist Programm für das täglich wechselnde Menü im Wild HoneyEin eklektizistischer Spaziergang durch die herzhaften Küchen Europas, ein bißchen italienisch inspiriert, mitunter sogar mit schwäbischem (!) Akzent, typisch britisch oder ganz klassisch französisch -  wie bei unserer traditional Bouillabaisse 'Marseille Style', die beinahe dekonstruktivistisch an den Tisch kommt - zerlegt in ihre Bestandteile, serviert in einer Armada aus Kupfertöpfchen und -pfännchen. Die warm beetroot tart with smoked eel and horseradish protzt mit der überwältigenen Produktqualität des Fisches und der Rübenpflanzen aus britischer Erde. Überraschend, daß bei der Liebe zu heimischen Erzeugnissen auf dem großen, nicht beweglichen Käsewagen (man wird gebeten, nach vorne zu treten) nur ein einziger aus England liegt. Und ein irischer Farm-Cheese, "aber Irland", korrigiert uns die gazellenhafte Blonde in schwarzer Livrée, "Irland gehört nicht zu Großbritannien..." 

12 St George Street (off Hanover Square)
Mayfair, London
Telefon aus Deutschland 0044 20 7758 9160
täglich geöffnet, neuerdings auch Frühstück

Samstag, 12. September 2009

Feierabend in ... Mitte (2)


von Thomas Lasser
Wer zu Lino ins Roma geht, der weiß, was er will und auch bekommt. Seit Jahren. Fantastisch! Selbst das Ambiente bietet uns seit 20 Jahren keine echten Überraschungen. Okay, alle fünf Jahre mal ein paar neue Lampen über den Tischen, aber das war`s. Bis zum Sommer 2009, als Lino seine Pause zum Renovieren, ja zum Umbauen (!) nutzte. Wahnsinn. Das Grünzeug im Fenster ist weg. Dafür sitzt man jetzt hinter gestreiftem Milchglas. Die Trennwände zwischen den Tischen sind gekürzt. Statt durch die rustikalen Holzstäbe blickt man nun auf blickdichtes Glas. Neue Stühle, weiße Wände und ein paar neue Bilder gibt es auch. Das "neue" Roma fühlt sich aber trotzdem an wie das "alte". Und in der Küche hat sich nichts getan. Zum Glück.

Freitag, 11. September 2009

Fay - auch am Samstag

Heute laden wir zum Fay-Cocktail und servieren Ihnen das In-Getränk aus Italien - Aperol-Sprizz. Und da die City von Hannover am Freitagabend überrannt wird von Hobby-Marathon-Männern gibt es unsere Fay-Präsentation auch am morgigen Samstag!

Seine lässige Eleganz wird dem Italiener in die Wiege gelegt, sie ist genetisch bedingt und nicht zu imitieren. Für alle anderen gibt es Fay: Tod's-Boss Diego della Valle, der Fay vor 20 Jahren gründete, beschreibt es selbst als "luxuriösen basic chic". Ein Stück von Fay sitzt niemals bloß wie angegossen, sondern wie angeboren.

Donnerstag, 10. September 2009

SartoriaLUST


Lino Ieluzzi, Foto: Schuman
Scott Schuman
von Guido Harms
Scott Schuman
Überraschender Gruß heute morgen in meinem Facebook - mein Freund Lino Ieluzzi, der Mann mit den schönsten Outfits ganz Mailands (sagt Bettina B.) und dorstselbst auch mein bevorzugter Herrenausstatter, sagte seinen Freunden: "Ciao! Domenica parte per New York: invitato alla presentazione del libro di Scott Schuman 'The Sartorialist'" (dt.: er fliegt weg).
Scott Schuman
Letzten Freitag hatte besagter Scott Schuman noch eine Buchpräsentation in Paris bei - guess where - Colette. "150 Stück signiert", verriet mir anschließend mein Lieblingsverkäufer, der große Arrogante mit der Glatze. Nun also Manhattan (NY Fashion Week ist): Scott Schuman präsentiert bei Barneys aber nicht nur seinen Fotoband, der ja nichts anderes ist als ein Auszug seines beliebten Web-Blogs The Sartorialist, sondern erstmals auch ausgewählte Kleidungsstücke und Accessoires einer von ihm selbst zusammengestellten Kollektion - The SartoriaLUST (!), darunter auch einige Stücke von Lino's Al Bazar
Scott Schuman
Die Financial Times (FT nicht FTD!) widmet sich in seiner heutigen Printausabe in einem großen Artikel (S. 10) genau diesem Thema: Wie aus virtuellen Internetforen, Magazinseiten oder Blogs immer öfter ganz und gar reele Shops werden. Eine interessante Entwicklung, nachzulesen auch hier: The new wave of luxury retailers
Scott Schuman
Interessant wird auch sein zu erfahren, wo Lino heute abend in Manhattan seine geliebten spaghetti alla carbonara bekommt. Guido bleibt dran!

Mittwoch, 9. September 2009

Fischers Fritze


von Michael Jondral


ZURÜCK AUS DER SOMMERFRISCHE. TEIL III
Wer sein Sortiment zu einem Gutteil von kleinen Manufakturen aus Neapel bezieht, ist beruflich bedingt natürlich hin und wieder mal vor Ort. Am Golf von Neapel. "Hast du'n Tip?", werde ich oft gefragt. Klar hab' ich'n Tip. Erstens: Die goldene Rolex im Hotel lassen, denn so ein Unterarm ist schneller ab, als man denkt. 


Zweitens: Ciro a Mergellina. Seit über einem Jahrhundert strömen die Neapolitaner abends hierher, um zu geniessen, was der Golf an frischesten Fischen und Meeresfrüchten an diesem Tage zu bieten hatte. Der Kai im Hafen von Mergellina, wo die Fischer mittags ihre fangfrische Ware anlanden, ist nur wenige Schritte vom Restaurant entfernt - von daher... Umgeben von neapolitanischen Familien wird einem ganz warm ums Herz - spätestens aber bei einem Fläschchen Falaghina. Massimo und Peppe Attolini gehören quasi zum Inventar, und auch die Kollegen aus Arzano - von Kiton - sind hier nicht gerade als Kostverächter verschrieen. Die tapferen Schneiderlein empfehlen pulpo in umido, spaghetti vongole und pezzogna al aqua pazza.


Man is(s)t in Neapel: beinahe überflüssig zu erwähnen, daß die Pizza nicht minder erstklassig ist. Und die gemischten Antipasti "Ciro" kommen mit diversen gegrillten Gemüsen, frittiertem Käse und einer halben Kilo schweren Mozzarella vom Büffel an den Tisch. Famos!


Via Mergellina 21
Napoli
Telefon aus Deutschland 0039 081 681 780 

Dienstag, 8. September 2009

Karl Karmarsch' Welt - # 3

Herren Rasper, Kroth und Kayser (v.l.) kaufen Teigwaren
Nobilis
Als Nobilis, das Magazin für "Lebensart aus Hannover", vor Jahren vom Wolf Grütter Verlag zur Schlüterschen Verlagsanstalt wechselte, wurden im Heft einige Seiten frei, die zuvor regelmäßig mit Berichterstattungen über den Herausgeber angefüllt waren. In einem Haus, das seit über einem Vierteljahrtausend das evangelische Kirchengesangbuch herausgibt, mußte man nicht lange überlegen, wie die Lücke zu füllen sei: Mit Kulinarik! Und so kümmern sich in der Nobilis gleich zwei rasende Reporter um die hiesige Lokalszene - Henry Kayser und Robert Kroth.
Nobilis
In der aktuellen Ausgabe des Blattes machen sie etwas, was bei Thomas Gottschalk wohl "Außenwette" hieß. Sie schlendern mit dem Koch Oliver Rasper über Märkte und durch Läden in der hannoverschen City und lassen sich - oft gut versteckte - kulinarische Trouvaillen zeigen, die freilich für den Spitzenkoch quasi das tägliche Brot sind. Das ist in diesem Fall für den Leser besonders interessant, denn Oliver Rasper läßt seine Kunst leider seit einigen Jahren sonst nur noch im Verborgenen blühen - in den oberen Etagen der Norddeutschen Landesbank.
Nobilis
Schön und gut, werden Sie jetzt denken, aber was hat der Marktkauf mit Style&Fashion zu tun? Nun, erstens sind unsere drei Freunde makellos und stilvoll gekleidet - aber das nur am Rande -, denn zweitens werden sie auf der Suche nach der weltbesten Pasta (dt. Nudel) ausgerechnet bei Michael Jondral fündig. Die Fettucce, Bucatini, Pappardelle und Spaghettini von Setaro hatte Jondral vor Jahren bei einem privaten Essen in Neapel kennen gelernt, importiert sie seither direkt aus Torre Annunziata am Golf und hat schon viele Connaisseure, wie den Herrn Rasper, von seiner Entdeckung überzeugen können. Was es mit der Pasta auf sich hat, lesen Sie weiter hier: Setaro. Die kleine Feinschmecker-Brigade zog es indes weiter zum Fischhändler. Karl Karmarsch hätte es gefreut.